Gastbeitrag von Kirsten Stefen über die Wut des inneren Kind

Kennst Du das Gefühl der Wut? Weißt Du wie sich Wut anfühlt? Nein, ganz ehrlich, denn ich habe einige Menschen die ich begleiten darf und die sich nicht daran erinnern können jemals wütend gewesen zu sein, oder dieses Gefühl gar nicht einordnen können. Woher kommt das?

Ganz oft wird uns in der Kindheit die Wut regelrecht ausgeredet, aberzogen, ausgetrieben. „Du hast jetzt keinen Grund wütend zu sein! Reiß Dich mal zusammen! Hör damit auf!“
Gleichzeitig haben wir als Kind auch von dem Erwachsenen die Wut gegen uns erfahren. Je nachdem wie die Eltern ihre Wut gezeigt haben, ob sie dabei verletzend, aggressiv, unkontrolliert waren, tragen viele Menschen eine, berechtigte Angst vor der Wut in sich und haben dann auch Angst ihre eigene, berechtigte Wut zu fühlen.

In meinen Begleitungen versuche ich in der Inneren Kind Thematik denjenigen für die positive Energie der Wut zu sensibilisieren, weil sich hinter einer zurück gehaltenen, kontrollierten Wut oftmals eine große Traurigkeit verbirgt.

Hast Du schon einmal beobachtet wie ein KleinKind mit seinesgleichen, zum Beispiel auf dem Spielplatz seine Wut auslebt. Ich habe es bei meiner Tochter und auch bei anderen Kindern im Alter von 3-6 Jahren beobachtet. Sie leben ihre Wut aus, stampfen auf dem Boden, bewegen ihre Arme, Bällen ihre Fäuste, man spürt und sieht die Anspannung im ganzen Körper. Sie fangen an zu weinen, oder auch zu schreien, toben. Dann 5 Minuten später, ist es als ob nichts gewesen ist und sie spielen wieder friedlich auch mit dem Kind, dass sie geärgert hat.

WUT ist ein sehr sehr starkes, reinigendes und für Dich sehr wertvolles Gefühl. Wusstest Du das Menschen, die in ihrem Leben die Wut nicht fühlen durften fast immer auch ein Thema mit fehlenden Selbstwert, Selbstbewusstsein und Abgrenzung haben? Kannst Du Dir vorstellen, dass das eine sich ohne das andere nicht entwickeln kann? Das Du nur dann einen Selbstwert fühlst, wenn Du auch die Wut in Dir zulässt? Nein? Dann lass uns doch mal das Gefühl der Wut beleuchten.

Wenn jemand meine Grenze nicht akzeptiert, übergriffig wird, mich beleidigt, unehrlich ist, dann gibt es die eine Möglichkeit, dass ich das hinnehme. Dadurch schiebe ich mein eigenes Wertgefühl zu Gunsten von Friede, Freude, Eierkuchen zur Seite. Wusstest Du das jahrelang unterdrückte Wut oftmals in die Körperlichkeit geht? In die Leber und vor allen in die Galle? Man sagt Gallensteine sind geronnene, zusammengepresste Aggressionen. Auch im Magen zeigt sich diese aufgestaute, kontrollierte Wut.

Kurt Tepperwein schreibt in seinem Buch – Die Botschaft Deines Körpers
Zitat: „Wenn jemand seine Aggressionen nicht äußert, dann äußert sie sich auf der körperlichen Ebene als Übersäuerung. Es braucht seelisches Geborgenheitsgefühl, um Aggressionen äußern zu können, sonst trauen wir uns nicht – aus Angst vor Liebesentzug.“

Da ist es, die Angst vor der Wut, die im Grunde genommen nichts anders ist, als die Angst, wenn ich nicht mehr lieb und brav bin, sondern meine Wut zeige, hat man mich nicht mehr lieb. Ein berechtigtes Gefühl Deines Inneren Kindes. Ich habe selbst diesen Glaubenssatz von meiner Oma gehört: „Wenn Du weiterhin wütend bist, dann hab ich Dich nicht mehr lieb!“
Ich weiß, dass sie in dieser Situation, in denen sie sich mit meiner kindlichen Wut konfrontiert gefühlt hat, auch nur überfordert war und deshalb diesen Satz gesagt hat. Aber für mich als Kind hat es dafür gesorgt niemals wütend sein zu können, egal ob ich eine ungerechte Behandlung erfahren, in der Schule von Klassenkameraden zu tiefst verletzt oder beleidigt wurde. Vor allen Dingen habe ich mir jahrelang die Wut nicht eingestanden über die Entscheidung meiner Eltern mich mit 12 Monaten zu meinen Großeltern zu geben, die Wut auf meine Mutter, die nie für mich da war und die sich auch nie für mich interessiert hat, die Wut, wenn meine Oma mich mit einem Kleiderbügel vertrümnt hat, als ich beim nähen einer Hose falsch genäht und damit der ganze Stoff unbrauchbar war und und und

Ich habe alles geschluckt, alles mit mir machen lassen und schon als Kind immer wieder Magenbeschwerden gehabt, ganz zu schweigen von der körperlichen Fülle, die ich mir regelrecht angefressen hatte.

Aber ich habe meine Wut auf Bildern zum Ausdruck gebracht, oder meinen Großeltern Geld aus dem Portemonnaie geklaut.

Zudem hat mir meine Oma väterlicher Seitz, immer dann, wenn ich meinen Paps besucht habe, von ihrer Beziehung mit meinem Opa erzählt, der im Krieg verschollen ist und meinte dann: „Wir hatten eine so wundervolle Beziehung, denn ich war niemals wütend und habe nie ein böses Wort gesagt.“ So wuchs ich auf mit ganz viel Wut, die ich nicht ausleben, nicht zeigen durfte.

Dabei ist WUT so wichtig, denn dadurch erfahre ich meinen eigenen, meinen Selbstwert. Nur dann, wenn ich das Gefühl habe eine Ungerechtigkeit gegenüber mir, oder meiner Wahrheit zu erfahren, spüre ich diese Wut in mir. In meiner Lebenserfahrung und auch in meinem Inneren Kind Begleitungen habe ich eine für mich sehr stimmige Gleichung WUT = SELBSTWERTGEFÜHL

Wenn auch Du eine negative Einstellung, ein negatives Gefühl für die Wut hast, wie wäre es dieser zum einen eine neue, positive Energie zu geben und zum anderen, was hältst Du davon Deine Wut zu recyceln ♻️.

Wie kann ich die Wut positiv verändern? 
Nimm das Wort WUT und setze die Buchstaben mal untereinander 
W
U
T

Und jetzt suche Dir für jeden Buchstaben ein neues kraftvolles, bestärkendes, positives Wort. Hier einige erarbeitete Varianten:

Wahrheit
Unter
Tränen

Wünsche 
Und
Träume

Willensstark
Und
Tatkräftig

Wehren
Ungerechtigkeit 
Tiefschlag

Schau doch mal welche Worte Du für Deine WUT findest.

Nächster Punkt 
Wut Recycling ♻️
Was verstehe ich darunter? Was wäre wenn Du Deine, in Deinen Augen gefährliche, zerstörerische Wut in etwas Neues positives verwandelst und zwar nur deswegen, weil Du sie ganz bewusst und fokussierst auslebst? Ohne Bewertung! Denn das ist die größte Schwachstelle der Wut, wenn wir sie bewerten, sie in Abhängigkeit zu jemanden setzten, ohne sie wirklich zu fühlen. Versuche einmal die Wut zu fühlen, OHNE sofort zu denken, DER/DIE/DAS hat mich wütend gemacht, ist Schuld an meiner Wut. Damit liegt wieder die Energie der Schuld im Raum und Du gibst dem anderen dann unbewusst eine noch stärkere Macht über Dich.

In meinen Begleitungen biete ich, aus meiner eigenen Erfahrung einen Wut Recycling ♻️ Tag an oder auch für das Innere Kind einen „WutTag tut GutTag“, den ich selbst auch regelmäßig mache.

Dafür gehe ich in die Garage und nehme mir alle dicken, sperrigen Kartons, die Dich in der letzten Zeit hier mal wieder angesammelt haben, oder die schon lange vor sich hin oxidieren. Dann gehe ich in die Küche und schnappe mir mein Heinz-Messer, dass ist mein bestes Messer, das alles schneidet und welches mir vor einigen Jahren eine Begleitung, Vorname Heinz, geschenkt hat, als er für ein Wochenende aus Österreich zu mir kam.

Mit diesem Messer gehe ich dann zu dem Berg an Kartons, öffne den Mülleimer und lade meine Wut und damit mein rebellisches Inneres Kind ein, sich jetzt den Raum zu nehmen. Ich spüre dann eine unglaubliche Kraft und Fokussiertheit in mir und kann gar nicht so schnell gucken, wie meine Hände anfangen die oftmals sehr harten Kartons zu zerschneiden, oder auch zu zerreißen. Manchmal werfe ich sie auch voller Wucht auf den Boden, grade die Waschmittel- Kartons, stampfe, trete, hüpfe auf ihnen herum, bis sie so platt sind, dass ich sie durch unseren Briefschlitz passen. Alle Kartons werden an diesem Tag in so winzig kleine Stücke recycelt ♻️ und wir haben dadurch immer meeega viel Platz in unserer Papiermülltonne.

In einer Begleitung, Anfang November 2017, die auch das Thema „WUT nicht fühlen dürfen“ hatte, gab ich eine ungewöhnliche Hausaufgabe mit, als wir in einer geführten Reise und in einer systemischen Aufstellung herausfanden, dass sie unterdrückte Aggressionen in sich trägt, die auch schon durch starke Magen und Leberbeschwerden in die Körperlichkeit gegangen sind.

Ich sagte: „Du bekommst von mir folgende Aufgabe. Gehe mal bei euch in den Keller und schaue nach einem alten Stuhl, der entsorgt werden kann. Oder frag mal bei Deinen Freunden und Bekannten, oder besorge Dir einen Stuhl auf einem Flohmarkt.

Dann nimm Dir einen Tag, stell Dir diesen Stuhl draußen hin, am Besten einen steinigen, festen Untergrund, mache ein Foto von dem Stuhl und lade Dein rebellisches Inneres Kind, dass Du heute kennengelernt hast ein. Nimm es an die Hand und sage ihm, dass es jetzt mit Dir zusammen seine Wut fühlen darf, Dir diese zeigen darf und Du ihm dafür den Raum gibst. Lass Dich dann von Deinem Inneren Kind, in die Erinnerung, in die Situation führen, in der es diese Wut gefühlt hat. Nimm diese Wut ganz bewusst wahr, ohne sie zu bewerten. Greife dann nach dem Stuhl und zerschmettre ihn so fest Du kannst auf dem Boden, bis Du ganz viele kleine Holzstücke hast. Sammle dann alle Holzstücke ein und bring sie als Beweis zu Deinem nächsten Termin mit.“

Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, wie überrascht meine Begleitung war, aber sie kam zu unserem nächsten Termin mit einer Kiste voll mit Kleinholz, zeigte mir die beiden Fotos und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Sie hätte sich schon lange nicht mehr so kraftvoll, lebendig und entschlossen gefühlt, wie in diesem Moment und fühle sich entspannter, meinte sogar, dass sie bei einem Streit in ihrer Familie in einer totalen Gelassenheit gewesen sei, bei dem sie sonst in der Vergangenheit tagelang danach Magenschmerzen gehabt hätte.

Ich sagte dann zu ihr: „Was hältst Du davon wenn wir Deine recycelte Wut jetzt positiv verwenden?“

Sie schaute mich mit großen, staunenden Augen an. Ich ging in die Küche, machte uns beiden einen heißen Tee, nahm die Kiste mit dem zertrümmerten Stuhlresten, öffnete unseren Kamin, baute die Holzstücke darin auf und zündete einen Streichholz an.

Innerhalb kürzester Zeit entstand ein wärmendes Feuer. Ich holte meine Begleitung und wir setzten uns vor dem Kamin, tranken unseren Tee und wärmten uns von ihrer recycelten Wut auf.

Sie schaute in die Flammen und ihr liefen die Tränen über ihr Gesicht. Dann sagte sie zu mir: „Kirsten, ich bin grade so überwältigt. Ich hätte niemals gedacht, dass wie gut es auch anfühlt meine Wut zu fühlen, dafür nicht abgewertet, verurteilt zu werden, oder Liebesentzug zu kassieren. Jetzt fühle ich endlich diese Traurigkeit und die Wärme meiner Wut tut mir so gut!“

Es liegt jetzt nur an Dir, ob und wie Du Deine Gefühle lebst, welche Energie Du ihnen zuschreibst. Alles hat seine Berechtigung und Gefühle wollen gefühlt werden. Erst wenn wir unsere Gefühle gefühlt haben, fließen diese von ganz alleine von uns ab. Du selbst kannst entscheiden, ob Dich oder andere das Feuer Deiner Wut zerstört, oder wärmt.

Und wann fängst Du an mit Deinem
WUT-RECYCLING???

Blog mein-seelenschmetterling.de
Bild & Text Copyrights Kirsten Stefen 2018

Nie mehr eifersüchtig- geht das überhaupt?

Ich bekomme immer mal wieder zu hören, dass jemand, der nicht eifersüchtig ist, seinen Partner angeblich nicht liebt. Oder der Partner ist einem gar egal. Ich bin der Meinung, dass Menschen die eifersüchtig sind, sich selbst nicht lieben und sich mit den idealisierten Bildern von Partner und Partnerschaft zu sehr identifiziert haben. Ja es sind immer wieder Bilder, Interpretationen, und Gedanken die aus „gewöhnlichen“ Alltagssituationen verschreckende Worst- Case- Szenarien entstehen lassen. Brachial ausgedrückt: DEIN EGO FICKT DICH!!!

Ja das Ego ist mächtig und manchmal ist es sogar so mächtig, dass es das ebenso mächtige Gefühl der Liebe komplett überdeckt. Dann sind die Kopfkinofilme wieder Kassenschlager. Und das schlimme daran ist, dass wir auch noch denken, dass wir keine andere Wahl haben. Irgendwer sagt immer: „DU MUSST EIFERSÜCHTIG SEIN. DEIN HERZ MUSS BLUTEN. DU DARFST NICHT FREI SEIN. UND LIEBE IST EH MEISTENS EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG“

Aber ganz ehrlich mal nachgefragt: „Ist das wirklich wahr“? Und vor allem ist es immer so extrem oder gibt es auch mögliche Abschwächungen? Müssen wir uns immer so elendig dabei fühlen und diese schreckliche Angst haben?

Manch einer würde dem jetzt sicherlich zustimmen. Aber auch dem kann geholfen werden. Annahme ist der Schlüssel zum Glück. Widerstand dagegen macht uns verrückt.

Aber wie soll ich etwas akzeptieren, wenn ich Angst habe davor jemanden zu verlieren? „Ich liebe ihn doch“.

Ist das aber wirklich Liebe, wenn man Angst hat und deswegen Verhaltensweisen an Tag legt, die für Außenstehende eher mit Besitzdenken zu tun haben? Da wird dann mal aus einem „nichtigen“ Vorwand der Emailaccount gehackt, ins Handy wird geschaut, ein Privatdedektiv beauftragt und ganz viel Lebenszeit damit verbracht seine Energie auf all diese negativen Gedanken zu lenken. Was hat das mit Liebe zu tun?

Was ist wenn der Partner das mit uns macht? Fühlen wir uns dann geliebt? Fühlen sie sich geliebt, wenn ihnen ihr Partner misstraut?

„Ich kann doch nichts für meine Angst.“

Richtig. Für ihre Ängste können Sie nichts. Sie sind einfach da. Aber sie könnten Verantwortung übernehmen. Sie könnten selber dazu beitragen, dass ihre Gedanken angenehmer werden. Sie könnten selber ganz viel dazu beitragen, dass ihre Situation sich verbessert. Stattdessen verschlimmbessern sie lieber ihre Situation, indem sie ihre Scheißdrecksidentifikationen auf ihren Partner projizieren. JA, in ihren Augen ist er dafür verantwortlich, dass es Ihnen besser geht. Er muss Rücksicht nehmen, Er muss ihnen Sicherheit geben. Er muss sich verändern. Weil wenn er das nicht tut, dann ist er Schuld. Sie können ja angeblich nichts dafür, dass er Ihnen Gründe liefert, warum Sie unbedingt eifersüchtig sein müssen.

„Ich tue doch alles für ihn. Ich bin immer für ihn da. Der muss doch sehen was er an mir hat.“

Sie opfern sich für andere auf und erwarten im Umkehrschluss, dass ihr Gegenüber das mitbekommt und das genauso händelt. In ihrer Welt ist es nun mal so, dass Menschen die zusammen sind, auch füreinander bestimmt sind. Und entsprechend müssen sie sich auch verhalten. Verhalten sie sich anders, bekommen sie Angst, es überfordert Sie. Sie entwickeln Gedanken und bewerten jedes Verhalten ihres Partners, was sich für sie nicht stimmig anfühlt. Dass ihr Gegenüber aber auch nur nach seiner Weltanschauung lebt, weil er es so gelernt hat oder vorgelebt bekommen hat, darauf kommen Sie nicht. Nein er muss so sein, wie Sie, sich also entweder genauso aufopfern (um sie kümmern) und am besten für immer dankbar sein.

Aber ist das wirklich wahr?

Quälende Eifersucht ist Gift für jede Beziehung. Ständiges Misstrauen, hält niemand lange aus. Und ich glaube ganz fest daran, dass niemand gerne eifersüchtig ist. Wer schluckt schon gerne freiwillig Gift?

Im Übrigen ist Gift eine andere Bezeichnung für Toxine. Im Umkehrschluss heißt das also auch, dass eifersüchtige Menschen toxisch (giftig) sind. Das Verhalten, was man sonst immer nur Narzissten und Psychopathen zuschrieb, legen eifersüchtige Menschen also auch an Tag. Sie sind extrem misstrauisch, hochsensibel, sehr verletzlich, und oftmals sogar verletzt, also schwer beschädigt in ihrem Innersten. Das trifft auf Männer gleichermaßen zu, wie auf Frauen, nur dass man den Frauen die Opferrolle eher abnimmt als dem Mann. Woran diese Wahrnehmung liegt? Ich tippe mal stark auf gesellschaftliche (systemische) Rollenbilder und auf Kindheitstrauma oder Prägung. Was es auch immer ist, es ist in keinem Falle gut, außer man hat sich daran gewöhnt und ist im Verdrängen Weltmeister. Aber selbst dann fühlt sich das absolut nicht gut an. Weil niemand kann auf Ewig alles Verdrängen oder runter schlucken. Nochmal die Frage… Wer schluckt gerne freiwillig Gift? Wer vergiftet sich selbst? Wer ist gerne toxisch?

„Wie werde ich meine Eifersucht denn bloß los? Ich will doch gar nicht eifersüchtig sein. Ich weiß doch dass ich damit alles kaputt mache“.

Sie wissen dass sie es kaputt machen, aber sie finden keine Lösung, verstehe ich das richtig?

Aus Ihnen spricht im Eifersuchtsmodus das verletzte innere Kind. In der Transaktionsanalyse spricht man vom Kind- Anteil. Und sobald sie verletzt sind, tauchen Gedanken auf und sie fühlen sich absolut hilf- und machtlos dagegen. Sie haben nie gelernt für sich selbst zu sorgen, aber das brauchen Sie jetzt gerade. Jemanden, der sich um sie sorgt und ihr Partner kann das nicht, denn der muss sich um sich selbst sorgen. Und wenn sie dann auf jemanden treffen, der das auch noch relativ gut kann, verstärkt das ihre Hilflosigkeit und ihre Ohnmachtsgefühle. Sie entwickeln Neid. Ja er kann etwas, was sie nicht können. Und sie fangen an ihm missgünstig nachzustieren. Und sobald er das merkt, fangen sie leider auch unbewusst an zu riskieren, dass er geht und Sie ihn somit verlieren. Und was tun Sie? Sie klammern und fangen an zu jammern.

Ja ich will doch gar nicht klammern. Aber ich will ihn auch nicht verlieren.

Ich glaube Ihnen, möchte Ihnen dennoch mal was erklären, etwas was psychologisch nachhaltig bewiesen wurde.

Selbst die schlimmsten Gefühle dauern nur eine gewisse Zeit an. Jedes Gefühl hat einen natürlichen Kurvenverlauf. Es fängt ganz langsam an, baut sich dann auf und wird dann jedoch auch wieder schwächer. Je weniger wir uns mit anstachelnden Worst- Case- Szenarien auseinandersetzen und wir unseren Interpretationen (die im übrigen unsichtbar sind) glauben schenken, umso schneller kann sich die Belastung wieder in Luft auflösen. Energie ist also nichts anderes als Luft. Je heißer die Luft, desto höher die Energie. Je besser wir das Gefühl also auf liebevolle Weise beantworten und auffangen, umso schneller kann es wieder abklingen. Und dies stellt nun ihre Aufgabe dar. Übernehmen Sie Verantwortung für ihr inneres Kind (ihren emotionalen Zustand). Seien sie sich selbst eine gute Mutter oder ein guter Vater. Seien sie für sich da. Ihr Partner lebt es Ihnen nur vor. Machen sie es ihm gerne nach.

Sie wissen inzwischen, dass die Deutung einer Situation in ihrem Kopf entsteht. Wenn ihr Partner sich zwei Minuten mit einer attraktiven Person unterhält oder mit einer anderen Frau telefoniert, heißt das also nicht, dass er fremd geht deswegen. Sie unterhalten sich ja auch gelegentlich mit anderen Männern oder Frauen. Warum also sollten sie soviel Bullshit glauben, was ihr EGO, was sie gerade fickt ihnen vorgaukelt? Grenzt das nicht an Selbstquälerei? Könnten Sie statt einem Worst- Case- Szenario nicht auch ein Best-Of- Szenario entwickeln?

Wie soll das gehen?

Nun im akuten Zustand der Eifersucht sind Sie absolut davon überzeugt, dass jeder „vernünftige“ Mensch die gleiche Schlussfolgerung ziehen würde, wie sie selbst. Tut er das nicht, unterstellen Sie ihm dass er keine Ahnung hat oder nicht richtig liebt. Besteht dann nicht auch umgekehrt die Möglichkeit, dass sie keine Ahnung haben und nicht richtig lieben? Es geht Ihnen ums Recht haben oder? Sie wollen, dass man Ihnen glaubt. Bei der Eifersucht geht es jedoch nicht ums Rechthaben, sondern darum, ob Ihnen das, was sie so felsenfest glauben, dient.

Wozu soll mir das dienen?“

Es ist tatsächlich eine Entscheidung, die Sie hier treffen. Bei näherem Hinsehen geht es um die Entscheidung zur Selbstverantwortung und hat viel mit Mitgefühl und Liebe zu sich selbst zu tun. Im ersten Moment weichen Sie davor zurück, denn Sie beharren auf dem Recht haben und wünschen sich ja, dass der Partner etwas ändern möge und nicht wir. Das wäre tatsächlich am bequemsten und gefühlt auch am stimmigsten, nicht wahr?

Und vermutlich haben Sie es auch schon probiert ihrem Partner ans Herz zu legen. Ihr Erfolg hielt sich aber in Grenzen oder? Ich kann sie beruhigen. Mit dieser Methode hatte noch keiner Erfolg. Am Ende kam es immer irgendwie zur Trennung. Und da sie das ja nicht wollen, rate ich Ihnen dringend Selbstverantwortung zu übernehmen oder zu lernen.

Wie das geht? Mit Empathie für sich selbst und den Partner fängt das an.

Sprechen Sie mich gerne an….Ich helfe Ihnen gerne weiter

Ein Plädoyer für alle Helfer und Helferinnen und deren inneren Kinder

Warum wir gern die Themen anderer zu unseren machen und wie wir vom Gedanken los kommen die Welt der anderen retten zu müssen

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Lebenswirklichkeit und wenn wir alle achtsam wären, würden wir alle erkennen, wie es wirklich ist und nicht wie wir es manchmal annehmen, was gerade sein kann. Denn oft sehen wir etwas, was gar nicht da ist. Wir sind dann Gefangene unserer eigenen Wahrnehmung. Und da unsere Amygdala permanent im Angstmodus unterwegs ist, wehren wir oft die Tatsache ab sowohl im Irrtum zu sein, als auch die Möglichkeit diesen Irrtum uns vor uns selbst und anderen einzugestehen. Wir haben Angst als der ultimative Versager da zu stehen.

Am Ende geht es uns tatsächlich nur darum, Gutes zu tun, für uns, aber in erster Linie für andere. Da wir dabei in unserer eigenen individuellen Lebenswirklichkeit unterwegs sind und unterschiedliche Auffassungen von Gut und Schlecht haben sind Missverständnisse, Streitereien und selbst Kriege (um auch das große Ganze in Betracht zu ziehen) scheinbar vorprogrammiert.

Niemand möchte streiten (bis auf die Hater, deren Hobby streiten ist- die Cybertrolle obwohl ich mir auch bei denen vorstellen kann, dass die mit Liebe keinen Hass entwickeln müssen), sich missverstanden fühlen, andere missverstehen oder gar im Krieg leben. Wir alle (bis auf besagte Ausnahmen, wovon ich ausgehe) möchten in Liebe und Glückseeligkeit unser Dasein bestreiten. Dass auch hier unterschiedliche Auffassungen von lieben und geliebt werden und was Liebe für einen ist, oder der Frage was Glück bedeutet, bestehen, sind auch hier Missverständnisse vorprogrammiert, wenn wir im Umgang miteinander nicht achtsam sind. Und mitten drin steht eines jeden inneren Kind.

Ja jeder möchte im Grunde nur seinen Teil dazu beitragen, sei es in der Pflege, im Büro, auf Baustelle, dass es ein guter Tag wird. Jeder möchte erhört werden. Und ja auch die Meinung des Praktikanten könne von Bedeutung sein.

Was ich total schön finde, wenn ein gegenseitiger wertschätzender Austausch stattfindet, in der die eigene Lebenswirklichkeit mit der, der anderen gegenüber gestellt wird. Ja jede Meinung ist wichtig. Vier Augen sehen, Vier Ohren hören und 2 Menschen mit Verstand verstehen mehr als ein Einzelner. Ja wir lernen durch Beziehungen. Wir bekommen Feedback. Wir kassieren Lob, wir ernten Anerkennung, manchmal wird es kritisch, aber auch das ist etwas, was uns weiter bringt.

Schön ist es, wenn dabei gemeinsame Schnittmengen und Lebensansichten herausgestellt werden. Denn dann kann Beziehung auf Augenhöhe von statten gehen. Das ist das Schöne daran, wenn wir mit anderen in Kontakt treten. Aber auch Unterschiede haben ihren Reiz und ihre Berechtigung, sich diese näher anzuschauen.

Was dann leider oft passiert ist, (und das zumeist impulsiv und unbewusst) dass manch einer diese Lebensthemen zu den eigenen macht und aus dieser Sicht heraus meint, den anderen retten zu müssen. Denn am Ende meint man es ja nur gut, wobei vergessen wird, dass für jeden Gut und Schlecht häufig etwas Unterschiedliches ist.

Wenn wir dieses Wissen nun aber schon erlangt haben, (oft reicht schon der Satz „Jeder ist verschieden bzw. einmalig“), warum fällt es uns so schwer dies in unseren Beziehungen umzusetzen?

Richtig?

Die Versagensangst. Die Angst nicht gut genug zu sein. Die Angst der andere könnte besser sein, vielleicht sogar die Überzeugung, dass andere besser ist.

Kein Gedanke des inneren Kind. Aber ein Gedanke vom Ego.

Es ist nicht nur die Angst selber zu versagen, sondern auch die Angst davor mit dem eigenen Versagen zum Versagen anderer beizutragen. Wir schwanken ständig zwischen Schuldgefühlen, Angst und Hoffnung hin und her. Wir wollen es am liebsten allen recht machen und vergessen am Ende, den wichtigsten Menschen, der uns anvertraut ist: Uns selbst.

Auch dieser Glaubenssatz „Ich bin schuld, wenn“ ist eine dysfunktionale Annahme unserer eigenen Lebenswirklichkeit. Denn Schuld ist etwas womit sich Gerichte auseinander setzen. Über Schuld oder Unschuld wird im Gerichtssaal entschieden. Das Leben aber ist kein Gerichtssaal. Und dennoch richten wir ständig bewusst oder unbewusst über andere und stellen somit unsere Lebenswirklichkeit über die der anderen. Auch das geschieht aus dem Antrieb heraus, etwas Gutes zu tun. Niemand will bewusst einem anderen schaden (außer eben die Trolle oder Hater), und dennoch passiert dies. Der Schlüssel liegt also in der zwischenmenschlichen Kommunikation verbunden. Das heißt jeder müsste nachfragen, oder lernen nachzufragen, wie es dem Gegenüber geht und was er braucht. Ebenso heißt das aber auch, dass jeder von uns weiß, wie es einem selber geht und was das eigene innere Kind brauch.

Aber weder das eine noch das andere wurde uns als Kind beigebracht. Es war verpöhnt über Gefühle zu reden, es ging darum immer Leistung zu erbringen und Dinge zu tun, weil es sich so gehört, ohne uns zu erklären warum sich das so gehört. Uns wurde also eine Lebenswirklichkeit aufgedrückt in der viele unserer Fragen nicht beantworten wurden. Auch hier möchte ich hervorheben, dass dies nicht auf jeden zutreffen muss. Auf mich aber traf das zu. Und auch wenn es jetzt gerade nicht auf Sie zutrifft, wird es auch Menschen geben (zu denen Sie auch gehören können), die diese Erfahrung mit mir teilen.

Oft wurde über unseren Kopf hinweg entschieden, ohne uns zu frage, wie es uns damit geht, denn DIE meinten es ja nur gut. Sie drückten uns also ihr „Gut“ auf ohne zu schauen, ob es uns auch wirklich gut tut. Das ist auch der Grund, warum viele sich so schwer tun ins Fühlen zu gehen und in die Abwehr gehen, um eben nicht an diesen Schmerz erinnert zu werden, den wir als Kind erlitten haben. Dazu kommt, dass jede nicht befolgte Regel oft eine Strafe nach sich zog oder uns teilweise suggeriert wurde, dass man nun schuldig sei daran, dass es Mama oder Papa schlecht geht.

Aber niemand von uns ist ein Kind mehr.

Jetzt sind wir Erwachsen und jetzt haben wir die Verantwortung dafür, uns selbst und damit auch anderen in Liebe und Achtsamkeit zu begegnen. Ich wünsche Ihnen allen, dass es Ihnen gelingt. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass jeder eine andere Art und Weise hat, dieses oder jenes für sich selber umzusetzen. Und dass jede Lebenswirklichkeit eine Wirklichkeit ist, die es zu akzeptieren gilt. Wenn wir achtsam sind, sind wir tatsächlich in der Lage die Lebenswirklichkeiten der anderen zu akzeptieren, denn auch diese sind wie sie sind. Und sollte Ihnen dieses einmal nicht gelingen, dann denken sie an ihr inneres Kind.

Sie können ihrem inneren Kind gerne öfters einen Kakao machen oder eine andere Freude machen. Sie können ebenso anderen inneren Kindern einen Kakao machen, denn damit retten sie tatsächlich für einen kurzen Augenblick eine ganze Welt.

Und wenn Sie das nächste mal jemanden helfen wollen, fragen Sie sich wie Sie wollen, wie man in diesem Falle mit ihnen umgeht. Auch wenn Sie früher etwas anderes gelernt haben. Jetzt können Sie es (so hoffe ich) eindeutig viel besser. Fragen kostet nämlich nichts. Eine Frage aber verbindet. Es verbindet zwei innere Kinder, denn beide fühlen sich in diesem Moment gesehen und zwar so, wie sie sind. Welch eine Freude fürs innere Kind.